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Pressestimmen Konzerte

Konzert vom 02.11. 07; Bassersdorf

Neu, faszinierend und überzeugend
. Mit einer neuen Kammermusikformation begeisterte das im Jahr2000 gegründete Aulos-Quartett (früher Zürcher Oboenquartett) die Musikfreunde in der reformierten Kirche in Bassersdorf. Ein vielversprechender Auftaktfür die nun angelaufene Konzertsaison. Mit Oboe,  Alt-Oboe, Tenor-Oboe und Violoncello gaben die vier Musiker altbekannten Werken neuen Glanz. 
Goethe soll sich einmal in einem Brief an Zelter geäussert haben: «Das Streichquartett ist die verständlichste aller Instrumentalgattungen. Man hört vier vernünftigeLeute sich miteinander unterhalten,glaubt ihren Diskursen etwas abzugewinnen und die Eigentümlichkeiten der Instrumente kennen zu lernen.» (Heinrich Eduard Jacob, Joseph Haydn, Frankfurta.M., 1958).
Josef Haydn (1732-1809) hat das Streichquartett sozusagen «erfunden» und entsprechend viele Quartette für die klassische Besetzung mit zwei Violinen, Viola und Violoncello komponiert. Das Quartett op. 77 No. 2 in F-Dur, eines der beiden «Lobkowitz-Quartette» (1799), lässt schon bei den ersten Tönen erahnen, welcher Reichtum zu erwarten ist. Statt der beiden Violinen und der Viola spielten die Oboe, die Alt-Oboe und die Tenor-Oboe die oberen Stimmen (Instrumente aus dem Atelier Fossati, Paris), das Cello (Atelier Michael Rhonheimer, Baden) passte in der Klangfarbe wunderbar und gab den breiten Boden.
Die g-moll-Suite Nr. 3 (BWC 808), ursprünglich für Cembalo komponiert und vom Aulos-Quartett umgeschrieben, stellte hinsichtlich Tempo und Rhythmus einige Anforderungen an die vier Musiker, ist sie doch teilweise kompliziert in ihrem Aufbau und variiert im Tempo von langsam bis rasant. Vor allem in der Sarabande strahlten die Oboen in ihrer ganzen Klangfülle und nahmen dem Stück etwas von seiner Strenge. 
Juan Crisostomo de Arriaga (1806-1826), geboren in Bilbao, erinnert stark an Mozart. Seine drei bedeutendsten Werke, drei Streichquartette, erschienen 1824, zwei Jahre vor seinem frühen Tod, in Paris. Eine wahrhaft liebliche Musik, leise schaukelnd im ersten Satz, gespickt mit virtuosen Läufen, ein fast feierliches Adagio, dann ein überraschend witziges Menuetto und zum Schluss ein brillantes Adagio-Allegretto, in dem jedes Instrument in «seinem» Part schillernd zur Geltung kam.
 Der minutiösen Arbeit der vier Musiker ist es zu verdanken, dass ein solcher «Ohrenschmaus» überhaupt möglich geworden ist. Zusammen mit Instrumentenbauern haben sie den neuen Typus der Tenor-Oboe entwickelt. Miriam Mosers Instrument ist ein Unikat von besonders weichem, warmem und vollem Klang. Mit diesen neuen Möglichkeiten der Instrumentenkombination tun sich Welten auf.
 Ein Stück aus Antonin Dvoraks «Amerikanschem Quartett» als Zugabe übertraf jede Erwartung.

Dorf-Blitz 11/2007 Bassersdorf; Christa Stahel


Konzert vom 28.Mai 04; Zürich, Tonhalle

„.....Das Ensemble kommunizierte mit hoher Sensibilität musikalisch miteinander. ........An der Stimmführung, aber auch an der formalen Materialbehandlung, ist deutlich ablesbar, dass das Werk (W.A. Mozart, Quintett in c-moll, KV 406) ursprüglich für eine Bläserbesetzung konzipiert wurde. Dass derartige Kontraste in aller Deutlichkeit nachvollziehbar wurden, ist das Verdienst von durchwegs überzeugenden Interpretationen durch das Zürcher Oboenquartett. Ein hohes technisches Niveau verband sich mit einer offensichtlich gründlichen Uebereinstimmung in Gestaltungsfragen.“

Der Zürcher Oberländer, 01.06.04


Konzert vom 19. Januar 04; K 1/8 Basel, Casino

„.......Das Publikum konnte sich über Geschmeidigkeit und den exzellenten Ausdruck des Tons freuen. Fein ziseliert hörte sich insbesondere das Andante an (J.S. Bach, Italienisches Konzert in F-Dur)...........Kraftvoll gespielt, wie das Thema verlangt, kontrastreich das Scherzo, lebendig das Finale (R. Schumann, Quartett in F-Dur op 41/2). Es war der Abschluss eines Konzertes , das mit reichlich Applaus quitiert wurde.“

Basellandschaftliche Zeitung, 21.01.04


Konzert vom 18. 10.02; Bern

„Zauber der Oboe- das Zürcher Oboenquartett begeisterte im Konservatorium Bern.

Die Idee mag für ein kreatives Bläserensemble, wie es die vier jungen Musiker des Zürcher Oboenquartetts darstellen, naheliegend sein, und dennoch ist sie absolut genial: die Rekonstruktion einer originalen Stimmwerkbesetzung für die Familie der Doppelrohrblattinstrumente, bestehend aus Oboe, Alt-Oboe (Englischhorn), Tenor-Oboe und Fagott.

Derartige Consort-Besetzungen waren zur Zeit der Renaissance häufig, sie gerieten aber im 18. Jahrhundert zunehmend in Vergessenheit. Mit der Wiederentdeckung der Tenor-Oboe nun schaffte das Ensemble aus Zürich die Voraussetzung für die Realisierung ihrer Idee: Der warme, sonore Klang der Tenor-Oboe ist demjenigen der Viola im Streichquartett vergleichbar, deren Stimmlage sie auch verkörpert.

Was die Musiker des Zürcher Oboenquartetts im grossen Saal des Konservatoriums am Freitagabend vor durchmischtem Publikum zu Gehör brachten, liess weder bezüglich der Bearbeitungen noch der Interpretation Wünsche offen. Selten werden die Miniaturen slawischer Ausdrucksmusik technisch so perfekt und musikalisch dennoch derart hinreissend aufgeführt.

Zwar wirkten die vier Sätze aus Janaceks bekanntem Zyklus „Auf verwachsenem Pfade“-ursprünglich für Harmonium komponiert-leicht und gefällig, aber noch etwas brav. Doch mit dem eigens für dieses Ensemble komponierten Quartett „Liebe gute Freiheit“ des Zeitgenossen Juraj Filas wurden sämtliche Möglichkeiten dieser faszinierenden Besetzung ausgeschöpft: Die Sätze erinneren an eine angeregte Gesprächsrunde, mal höflich plaudernd, mal hektisch diskutierend, bis sich alle Register in einem genialen Finale zu einem harmonischen Konsens finden.

Perfekte Ausgewogenheit im Gesamtklang und ausdrucksstarke Sensibilität auch in Antonin Dvoraks reifem „Amerikanischem Quartett“. Absolut erstaunlich, wie das Cantabile der Violinen -hier im Original ein Streichquartett- von den Oboen umgesetzt wurde, ganz zu schweigen von deren Leichtfüssigkeit in den tänzelnden Rhythmen der slawischen Volksmusik. Bleibt zu wünschen, dass sich das grosse Engagement des Ensembles auch im Erfolg der soeben erschienenen CD niederschalgen möge.“

Der Bund, 21.10.02


Konzert vom 06. Juli 01, Dietikon

„...Die Mitglieder des Zürcher Oboenquartetts brachten die klangliche Vielstimmigkeit ihrer Besetzung in ein inniges, konzentriertes Gespräch der Instrumente.Oft wirkte die Musik tänzerisch leicht, das Zusammenspiel erinnerte an eine ausgewogene Choreografie, die keinen Solistenkult betreibt, sondern die verschiedenen Stimmen gleichberechtigt zeigt“.

„Limmattaler Tagblatt“, 09.07.01


Konzert vom 03.09. 2000; Basel, Martinskirche (Uraufführung)

„Auch im Bereich der klassischen Musik gibt es noch Besonderheiten und Ueberraschungen.In stattlicher Menge stellte sich ein interessiertes Publikum in der Martinskirche ein, um dem Konzert einer Instrumental-Formation beizuwohnen, die Neuland betreten hat: das Zürcher Oboenquartett. Neben den bekannten Instrumenten Oboe, Alt-Oboe (Englischhorn) und Fagott hat sich die erwähnte Formation neu eines vergessenen Instrumentes angenommen, mit engagierten Instrumentenbauern den heutigen Gegebenheiten angepasst und in ihr Quartett aufgenommen: die Tenor-Oboe, die im 18. Jahrhundert noch häufig eingesetzt worden ist.

Die Musikerinnen und Musiker des Zürcher Oboenquartetts haben sich inzwischen zu einem veritablen Quartett von kompakter Klangqualität zusammengefunden, die nicht nur zusehends mehr Beachtung findet, sondern auf Gegenwartskomponisten inspirierend wirkt.

Zum anderen gilt es natürlich Kompositionen, die für andere Instrumente geschrieben wurden, für eine solche spezielle Zusammenstellung zu adaptieren. Das Konzert bestand denn auch aus Beispielen der zwei erwähnten Möglichkeiten. Zum Auftakt mit Leos Janacek: aus dem Zyklus „Auf verwachsenem Pfade“, vornehmlich für Klavier und Harmonium geschaffen, trugen die Gäste aus Zürich eine eigene Bearbeitung vor. Für das Publikum galt es aufmerksam hin- und hineinzuhorchen, ein Hörerlebnis, das herausforderte und sensibilisierend wirkte. Abdunkelungen bis hin zu gedämpft gleissenden Tönen, Schichtungen innerer Bewegtheit, mährische Volksdichtung als musikalische Inspirationsquelle.

Slawischer Volkston, modischer, gegenwärtiger und nerviger auch bei der zweiten Programm-Nummer und zudem eine Uraufführung. Zu hören war ein Quartett des 45-jährigen, im slowakischen Kosice geborenen und in Prag lebenden Komponisten Juraj Filas, der geschickt die klanglichen Möglichkeiten der Instrumente für seine Klangbilder nutzbar machte, variativ und dynamisch prononciert, beitragend zu einem lebhaften Gesamteindruck. Der anwesende Komponist durfte sich für starken und anhaltenden Applaus bedanken.

Eine Streichquintett-Fassung, entstanden aus einer Bläserserenade, als Oboen-Quintett. Mozarts Quintett in c-moll KV 406 wurde diese Verwandlung zuteil. Misun Park, Alt-Oboe, ergänzte das Quartett. Also nochmals ein atmosphärisch akustischer Umstieg. Der nicht endenwollende Beifall dokumentierte die Offenheit des Publikums und stand auch für die Qualität des Vortrags“.

Basellandschaftliche Zeitung, 06.09. 2000


Konzert vom 10.09.2000; Lenzburg, Rittersaal

„Das Konzert mit dem Zürcher Oboenquartett auf Schloss Lenzburg versprach von Programm und Besetzung her viel Interessantes, was sich in einem guten Besuch niederschlug. Für den Fachmann war besonders der Einsatz der Tenor-Oboe faszinierend, ein Instrument, das sich, grob gesagt, als Bindeglied zwischen Alt-Oboe (Englischhorn) und Fagott bezeichnen lässt.

Die vier Mitglieder des Oboenquartetts präsentierten Raritäten von Janacek, Filas und Mozart, von denen das recht umfangreiche Quartett des Slowaken Juraj Filas als Einziges eine Originalkomposition ist. Das Werk setzt schwungvoll ein, führt zu einer differenzierten Durchführung und einer virtuosen Kadenz der Oboe (mit Klangtupfern des Fagotts), und der erste Satz mündet in einen Kehraus. Es erinnert in glücklicher Weise an das Schwelgerische, das die böhmische Musik immer so verführerisch macht, aber der moderne Stil legt der Möglichkeit des „Mitsummens“ einige Hindernisse in den Weg. Dies trifft besonders für den eher kurzen Mittelsatz zu, während der spritzige und witzige Schlussatz seinen Schwung unmittelbar auf den Hörer überträgt. Die vier Widmungsträger des Werkes setzten sich mit Klangkultur, schönem Zusammenspiel und viel kammermusikalischer Feinarbeit erfolgreich für dessen Vermittlung ein.

Eine kleine Suite aus vier Stücken von Leos Janacek umfasste Teile aus „Auf verwachsenem Pfade“, ursprünglich für Klavier oder Harmonium komponiert und von den Zürchern selber bearbeitet. Dieses das Programm eröffnende Werk geht dank seiner Melodik und den angenehmen Klangwirkungen unmittelbar zu Herzen; was bald locker, bald traurig schön wirkt, erfuhr in der Wiedergabe durch das Zürcher Oboenquartett mit seinem speziellen Bläserton ( die vier zeigen durchaus die Verschiedenheit der Instrumente, lassen sie aber gekonnt verschmelzen) eine beglückende Interpretation.

Die berühmte Serenade von Mozart (KV388) erschien in einer mehrfach verwandelten Form. Aus einem ursprünglichen Bläseroktett machte Mozart persönlich ein Streichquintett, und in Lenzburg erschien das Werk als Bläserquintett mit zwei Alt-Oboen (die eine als zweite Geige, die andere als erste Bratsche). Was Mozart zuerst als „Serenade“ komponierte, entfernte sich schon unter seinen Händen und vielleicht wegen der düsteren Tonart recht stark von harmloser Unterhaltungsmusik. Vier Sätze wie in einem Streichquartett werden nach allen Regeln der Kompositionslehre durchgearbeitet, und jeder von ihnen ist ein Mozartscher Geniestreich. Mozart bringt es fertig, dank einem Kanon und hübschen Variationen eine Verbindung zwischen Zerebralem und Tänzerischem herzustellen, die auf der ganzen Linie entzückt. In diesem Quintett beglückte das Zürcher Oboenquartett (von Misun Park, Alt-Oboe, ergänzt) mit technischer Brillanz, subtiler Klangkultur und perfektem Zusammenspiel; nicht zuletzt waren die zarten, doch spürbaren Eigenheiten der Oboe, Alt-Oboe, Tenor-Oboe - für uns trotz Besuch von vielen hundert Konzerten eine Neuheit- und Fagott eine zusätzliche Bereicherung im Spiel der Zürcher Gäste.“

Aargauer Zeitung; 12.09.2000


Konzert vom 19. 03.2000, Oberengstringen, ref. Kirche

„Lyrischer Abend mit vier Oboen

Oboen gehören wahrscheinlich nicht zu denjenigen Instrumenten, die auf der Bekanntheits-Skala zuoberst stehen.....Aehnlich wie die klassische Formation des Streichquarttetts, mit zwei Violinen als Oberstimmen, der harmonischen Füllung durch die Viola und des Cellos im Bass, bilden die vier Oboen in den verschiedenen Stimmlagen einen vergleichbaren Klangkörper. Im Unterschied zu den Saiteninstrumenten erzeugen die Holzblasinstrumente aber einen weicheren Ton und eignen sich mit ihrer expressiven Klangsensibilität besonders für die Interpretation romantischer Musik.

Das Konzert in der ref. Korche Oboerengstringen hatte neben dem aussergewöhnlichen Zusammentreffen von vier Oboen auch einen speziellen Ablauf des Programms. Anachronistisch - von der Spätromantik rückführend in die Zeit der Klassik und des Barock - eröffneten die vier Musiker den Vortrag mit Werken des tschechischen Komponisten Leos janacek und Antonin Dvorak. In einem zweiten Teil kamen Kompositionen von G.F. Händel und Joseph Haydn zur Aufführung.

Von Beginn an beeindruckte das harmonische Spiel des Quartetts. Die vier Künstler verstanden es, sowohl lyrischen als auch sinnlichen Momenten Rechnung zu tragen. Vor allem in Janacek‘s Zyklus „Auf verwachsenem Pfade“ liessen die sonoren Klangfarben der Oboen idyllische Bilder entstehen und verbreiteten ein harmonisches Gleichgewicht. Nach der Pause traten im Gegensatz zu den expressionistischen Zügen der ersten Konzerthälfte sinnliche Passagen in den Vordergrund. Nach der fünfsätzigen Ouvertüre zu „Rodrigo“ von G.F. Händel schloss das Konzertprogramm mit dem Quartett in F-Dur op 77/2 von Joseph Haydn.

Der begeisternde Applaus des Oberengstringer Publikums wollte sodann nicht enden, worauf die Musiker des Oboenquartetts die Bühne nochmals betraten und den Abend mit einem Stück aus einem Werk von Puccini beschlossen.“

Limmattaler Tagblatt; 22.03.2000


Konzert vom 05.09.99; Otelfingen

„Stark gefeiertes Zürcher Oboenquartett..Für Musikkenner sind die Konzerte in der Mühle Otelfingen (Baujahr 1598) schon längst ein Geheimtip. Der Besitzer Jürg Gilly schuf hier ein stimmungsvolles, akustisch hervorragendes Konzertlokal für Kammermusik. Wo einst die heutige Stargeigerin Anne-Sophie Mutter Aufsehen erregt hatte, durfte beim Eröffnungskonzert zur neuen Saison das Zürcher Oboenquartett, eine seltene Instrumentenkombination, einen grossen Erfolg feiern.

Ueber 150 Besucher drängten sich in die Mühle mit der prachtvollen Holzdecke und den dicken Mauern. Weitere Interessenten mussten nach Hause geschickt werden.

Mit den Instrumenten der Oboenfamilie schuf das Zürcher Oboenquartett ein Pendant zum Streichquartett. Angeführt wurde es vom virtuosen Oboisten Martin Gebhardt, dem als ausdrucksvolle zweite Stimme Martin Steinacher mit der Alt-Oboe, besser bekannt als Englischhorn, zur Seite stand. Miriam Moser blies mit viel Wärme die selten zu hörende Tenor-Oboe, und Marc Jacot setzte mit dem bestens dazu passenden Fagott das sichere Fundament.

Wie prächtig die vier Instrumente harmonierten, wurde im Moderato aus „Zypressen“ von A. Dvorak eindrücklich hörbar. Mit warmem, gefühlvollem Ton verliehen die Bläser der Komposition einen starken Gehalt. Allerdings fehlte hier noch die letzte Präzision im Zusammenspiel. Voll entfalteten sich die Musiker in Mozarts Quartett B-Dur KV 589, einer geglückten Adaption eines der sogenannten „Preussenquartette“. Die Leichtigkeit der Erfindung, deren fantasievolle Verarbeitung und der Stimmenzauber der Melodien erfuhren eine überzeugende Interpretation. Jede Stimme war mit ihrem charakteristischen Ton herauszuhören, jede wurde lebensvoll behandelt, so dass sich ein temperamentvolles und farbiges Musizieren entfaltete.

Die stärksten Eindrücke gewannen die Zuhörer im F-Dur-Werk op.96 von A. Dvorak, 1893 in den USA als Streichquartett komponiert. Die frische Natürlichkeit, der musikantische Schwung, die innige Wärme der reichen melodischen Einfälle und die Gemütstiefe kamen in der geglückten Darstellung der vier Bläser haftend zum Ausdruck. Jede Stimme verlieh dem Werk eine besondere Farbe, und die einzelnen Partien verschmolzen zu einer packenden Einheit.

Das begeisterte Publikum forderte stürmisch eine Zugabe, die mit der Komposition „Auf verwachsenem Pfade“ von leos Janacek in einer beseelten Wiedergabe erfüllt wurde.“

Aargauer Zeitung, 07.09.1999


Konzert vom 05.09. 1999; Otelfingen

„Wer zu spät kam, musste weggeschickt werden. Obwohl das alte Gemäuer der Mühle Otelfingen rund 100 Sitzplätze bereitstellte, fanden nicht alle Platz. Sie mussten unverrichteter Dinge heimkehren, mit dem Vorsatz, das nächste mal bestimmt schon früher zu kommen. Wer sich einen Sitzplatz erobert hatte, wurde dafür mit einer atemberaubenden Vorstellung des Zürcher Oboenqaurtetts belohnt.

Das Quartett teilt sich die Stimmlagen ähnlich auf wie das klassische Streichquartett. Die Tenoroboe war zweifelsohne das unbekannteste Instrument im Quartett, allerdings zu Unrecht, wie sich herausstellte, denn ihr warmer Klang fügte sich harmonisch ins Ensemble ein und stellte eine Brücke dar zwischen der basslinie des Fagotts und den hohen Instrumenten.

In früheren Jahrhunderten war Kammermusik nicht in erster Linie für Doppelrohrblatt-Instrumente geschrieben worden. Dieses Manko macht das Zürcher Oboenquartett dadurch wett, dass es Stücke übernimmt, die für andere Instrumente konzipiert worden sind. Das Ergebnis überzeugt vollauf: Mozarts Streichquartett in B-Dur klang so, als wäre es nie anders als für Oboenquartett gedacht gewesen. Die Musik bot Mozart pur: geschliffen und lebenslustig kam sie daher, garniert mit einigen musikalischen Scherzen, etwa einem Menuett, in dem die Melodielinie stracks auf einen Schlussakkord hinsteuert, dieser aber im letzten Moment ausbleibt und statt dessen eine völlig andere Melodie anhebt.

Antonin Dvoraks Quartett in F-Dur belegte schliesslich auf eindrückliche Art und Weise, dass sich die Oboe und ihre Verwandten hervorragend zur Interpretation von romantischer Musik eignen. Vor allem im zweiten Satz, einem Lento von grosser Intensität und Schönheit, berückten die grossklangende Stimme der Oboe und der warme, melancholische Klang des Fagotts die gebannte Zuhörerschaft.“

Furttaler Zeitung, 10.09.1999